„Naked in, naked out“ (NINO) ist ein Grundprinzip des Verantwortungseigentums. Es besagt, dass Gesellschafter:innen beim Eintritt in das Unternehmen kein Eigenkapital einbringen müssen und beim Austritt keinen Anspruch auf das Unternehmensvermögen haben. Diese Regel stellt sicher, dass die Mitsprache im Unternehmen nicht an finanzielle Interessen geknüpft ist, sondern ausschließlich dem unternehmerischen Zweck dient.
Die Metapher wirkt auf den ersten Blick radikal, weil sie gängige Erwartungen an Investitionen und Exit-Szenarien infrage stellt. Doch genau darin liegt ihre Stärke: Sie zwingt alle Beteiligten, sich klarzumachen, dass das Unternehmen kein Spekulationsobjekt ist, sondern ein lebendiger Organismus mit eigenem Zweck. Diese Klarheit entlastet von kurzfristigem Renditedruck und schafft Raum für langfristige Entscheidungen, die dem Unternehmen und seiner Mission dienen – nicht den finanziellen Interessen Einzelner.
In der Praxis zeigt sich, dass „Naked in, naked out“ oft als Befreiung wahrgenommen wird. Es befreit Gründer:innen und Mitarbeiter:innen von der Last, ständig den Unternehmenswert steigern zu müssen, um Investor:innen zufriedenzustellen. Stattdessen können sie sich auf das konzentrieren, wofür das Unternehmen eigentlich da ist: seine Produkte, seine Kund:innen und seinen gesellschaftlichen Beitrag.
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