Überverantwortung entsteht, wenn Einzelne oder Teams Verantwortung tragen, die nicht klar in ihrem Aufgabenbereich liegt oder die Fähigkeiten und Ressourcen anderer übersteigt. In selbstorganisierten Organisationen zeigt sich das oft, wenn Rollen unscharf definiert sind oder wenn eine Kultur der gegenseitigen Unterstützung in ein Ungleichgewicht kippt: Einige übernehmen ständig Aufgaben, die eigentlich bei anderen liegen, während diese sich zurücklehnen oder ihre eigenen Kompetenzen nicht einbringen können.
Die Folgen sind vielfältig: Überlastung der Engagierten, Frustration bei denen, die sich ausgeschlossen fühlen, und eine schleichende Erosion der Eigenverantwortung im gesamten System. Besonders in zweckgetriebenen Organisationen kann Überverantwortung dazu führen, dass der eigentliche Zweck aus dem Blick gerät, weil die Energie in operativen Übergriffen gebunden ist. Ein zentrales Gegenmittel ist die klare Benennung von Zuständigkeiten und die bewusste Pflege einer Kultur, in der Verantwortung geteilt, aber nicht einseitig übernommen wird.
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