Effectuation ist ein Ansatz aus der Entrepreneurship-Forschung, den Saras D. Sarasvathy in den frühen 2000er-Jahren entwickelt hat. Im Gegensatz zu klassischen Managementmodellen, die von klaren Zielen und linearer Planung ausgehen, setzt Effectuation bei den vorhandenen Mitteln an: Wer bin ich? Was weiß ich? Wen kenne ich? Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt für Entscheidungen, nicht eine vorab definierte Vision.
Das Modell besteht aus fünf Prinzipien: 1) Mittelorientierung („Bird in Hand“): Beginne mit dem, was du hast. 2) Leistbarer Verlust („Affordable Loss“): Investiere nur, was du bereit bist zu verlieren. 3) Partnerschaften („Crazy Quilt“): Kooperiere mit denen, die sich engagieren wollen. 4) Umstände nutzen („Lemonade“): Sieh Überraschungen als Chancen. 5) Kontrolle statt Vorhersage („Pilot in the Plane“): Gestalte die Zukunft aktiv, statt sie vorherzusagen.
Für Next-Generation-Organisationen ist Effectuation besonders relevant, weil es Selbstorganisation und Zweckorientierung unterstützt. Es ermöglicht Teams, unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben, ohne auf hierarchische Vorgaben angewiesen zu sein. Gleichzeitig fordert es eine Kultur des Experimentierens und der Fehlertoleranz – zentrale Werte in post-bürokratischen Strukturen.
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