Entrepreneurship through Acquisition (ETA) ist eine alternative Gründungsform, bei der Unternehmer:innen ein bestehendes Unternehmen erwerben, um es zu führen und weiterzuentwickeln. Im Gegensatz zur klassischen Gründung („Greenfield“) bietet ETA den Vorteil, dass bereits eine funktionierende Organisation, bestehende Kundenbeziehungen, Cashflow und oft auch ein eingespieltes Team vorhanden sind. Dies reduziert das Risiko eines kompletten Neuanfangs und ermöglicht einen schnelleren Markteintritt.
Der Prozess beginnt typischerweise mit der Suche nach einem passenden Unternehmen, das zum eigenen Hintergrund, den finanziellen Möglichkeiten und den langfristigen Zielen passt. Wichtige Kriterien sind die Branche, die Größe, die Profitabilität und die Unternehmenskultur. Due Diligence – die sorgfältige Prüfung der finanziellen, rechtlichen und operativen Situation – ist entscheidend, um versteckte Risiken zu erkennen. Finanziert wird der Kauf häufig durch eine Kombination aus Eigenkapital, Bankkrediten und Verkäuferdarlehen (Seller Financing).
Nach der Übernahme steht die Integration der neuen Führung im Mittelpunkt. ETA-Gründer:innen müssen oft bestehende Strukturen anpassen, ohne die Stabilität des Unternehmens zu gefährden. Gleichzeitig bietet die Übernahme die Chance, das Unternehmen strategisch neu auszurichten – etwa durch Digitalisierung, Expansion oder die Einführung neuer Geschäftsmodelle. ETA ist besonders attraktiv für Personen mit Managementerfahrung, die unternehmerisch denken, aber nicht bei Null anfangen möchten.
Im Kontext von Next-Generation-Organisationen gewinnt ETA an Bedeutung, da es eine Möglichkeit bietet, etablierte Unternehmen in verantwortungsvolle, selbstorganisierte oder purpose-getriebene Strukturen zu überführen. Durch die Übernahme können neue Eigentumsmodelle wie Verantwortungseigentum oder Genossenschaften eingeführt werden, ohne die Herausforderungen einer klassischen Gründung bewältigen zu müssen.
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