Macht ist ein zentrales Phänomen in Organisationen, das sich auf die Verteilung von Einfluss, Kontrolle und Entscheidungsbefugnissen auswirkt. In traditionellen, hierarchischen Strukturen ist Macht oft an Positionen gebunden – etwa an die Rolle einer Geschäftsführer:in oder Abteilungsleiter:in. In selbstorganisierten oder post-bürokratischen Organisationen wird Macht dagegen häufig explizit thematisiert und neu verteilt: Sie kann an Rollen, Kompetenzen oder temporäre Mandate geknüpft sein, statt an starre Titel.
Die Art, wie Macht in einer Organisation gelebt wird, prägt ihre Kultur und Effektivität. Unsichtbare Machtstrukturen – etwa informelle Netzwerke oder ungleicher Zugang zu Informationen – können Selbstorganisation untergraben, selbst wenn formale Hierarchien abgeschafft wurden. Umgekehrt kann eine bewusste Auseinandersetzung mit Macht dazu beitragen, dass Entscheidungen schneller, transparenter und partizipativer getroffen werden. Konzepte wie Holakratie oder Soziokratie versuchen, Macht durch klare Regeln und Prozesse zu verteilen, statt sie bei Einzelpersonen zu konzentrieren.
Für Next-Generation-Organisationen ist Macht kein Tabu, sondern ein Gestaltungsfeld. Sie fragen: Wie lässt sich Macht so organisieren, dass sie dem Zweck der Organisation dient, statt Einzelinteressen? Wie können Teams Macht teilen, ohne in Entscheidungsblockaden zu geraten? Und wie lässt sich vermeiden, dass Macht – selbst in flachen Strukturen – unsichtbar wird und damit unkontrollierbar?